
Schwäbisch Gmünd (kath.net/idea)
Obwohl sich im Nahen und Mittleren Osten radikale islamische Strömungen rasch ausbreiten, wächst in immer mehr Ländern die Zahl von Muslimen, die Christen werden. Das berichtete der Regionaldirektor des Hilfswerks Open Doors, Stefan da Silva (Kelkheim bei Frankfurt am Main), beim Kongress „Gedenket der Märtyrer – Christenverfolgung heute“, der vom 22. bis 25. November in Schwäbisch Gmünd stattfindet. Veranstalter sind das dortige Christliche Gästezentrum „Schönblick“ und die Evangelische Nachrichtenagentur idea in Kooperationen mit zehn weiteren christlichen Organisationen.
In allen 18 arabischen Ländern gebe es inzwischen christliche Gemeinden, so da Silva. Die meisten seien in den vergangenen 20 Jahren entstanden. Vielfach versammelten sie sich an geheimen Orten. Im Nordirak sei die Zahl der Konvertiten von fünf auf rund 1.000 gestiegen, im Iran von 10.000 auf mehr als 100.000.
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Da Silva rechnet mit ähnlichen Entwicklungen wie in der Volksrepublik China, wo die Kommunisten während der Kulturrevolution von 1966 bis 1979 das Christentum auslöschen wollten. Heute sprächen Schätzungen von rund 100 Millionen Christen unter den 1,3 Milliarden Chinesen.
Orthodoxe Kirchen schrumpfen
Dagegen nehme die Mitgliederzahl der traditionellen orthodoxen Kirchen in der arabischen Welt dramatisch ab. Nur noch in sechs Ländern existierten Kirchen, die in der vorislamischen Zeit entstanden. Hauptgrund sei die Auswanderung, meist aus Furcht vor militanten Muslimen.
Dadurch habe sich der Libanon, der einst eine christliche Mehrheit hatte, zu einem muslimischen Land verändert. In Ägypten sei der christliche Bevölkerungsanteil innerhalb von 20 Jahren von 20 Prozent auf 12 Prozent gesunken. Im Iran sei die Zahl der orthodoxen Christen von 250.000 auf 100.000 zurückgegangen.
Die größte Katastrophe ereigne sich im Irak. Beim Sturz des Diktators Saddam Hussein im Jahr 2003 habe es dort noch bis zu eine Million Christen gegeben. Seither seien 650.000 Christen ins Ausland geflohen, vor allem nach Syrien, Jordanien und Ägypten.
Ihre Verfolger seien weniger einheimische Muslime als Extremisten aus anderen arabischen Ländern, die sich am Kampf zwischen rivalisierenden islamischen Strömungen beteiligen. Bei ihnen verbinde sich ein allgemeiner Hass auf Christen mit dem Versuch, sie durch Morde und Entführungen einzuschüchtern, um Geld zu erpressen. |