
Bendigo (kath.net/KNA)
Die katholische Kirche in Australien stellt in Absprache mit dem Vatikan keine Gotteshäuser für anglikanische Weihen von Geistlichen zur Verfügung. Ein entsprechendes Ansinnen eines anglikanischen Bischofs beschied der Bischof von Sandhurst, Joseph Grech, nach Gesprächen mit dem Apostolischen Nuntius in Australien, Erzbischof Giuseppe Lazzarotto, abschlägig. Grech bestätigte dies der Zeitung «Bendigo Advertiser» vom Dienstag.
Der anglikanische Bischof von Bendigo, Andrew Curnow, hatte seinen katholischen Amtskollegen gebeten, ihm eine Kirche als würdigen Rahmen für die Ordinierung von vier Frauen und drei Männern zu anglikanischen Diakonen und Priestern zu überlassen. Die anglikanische Kathedrale im südaustralischen Bendigo ist seit Monaten wegen Baufälligkeit geschlossen.
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Grech gab zur Begründung für den negativen Bescheid ein unterschiedliches Weiheverständnis an. Er betonte jedoch, die Ablehnung einer anglikanischen Weihe in einer katholischen Kirche beeinträchtige weder das gute Verhältnis der beiden Konfessionen in Bendigo noch die guten Beziehungen zwischen den beiden Bischöfen. Diese beruhe auf Ehrlichkeit. Die Weihe kann laut Bericht dennoch wie geplant am Sonntag stattfinden. Die protestantische Uniting Church habe den Anglikanern ein Gotteshaus zur Verfügung gestellt.
Die in der Reformation von Rom getrennte anglikanische Kirche und die katholische Kirche liegen theologisch vergleichsweise nahe beieinander. Zu den trennenden Punkten gehört die Weihe von Frauen, die seit den 90er Jahren in zahlreichen anglikanischen Nationalkirchen praktiziert wird.
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