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23. November 2009, 09:17
Hochschuldozent: Eine gesunde Frömmigkeit stärkt die Ehe














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  THEMA 'Ehe'

Jahrestagung der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge: Ehepartner in der Regel eine bessere Gesundheit und eine höhere Lebenserwartung als Alleinlebende oder Personen in anderen Lebensformen.

Marburg (kath.net/idea)
Gegen die Ansicht, die Ehe von Mann und Frau sei ein Auslaufmodell, haben sich Redner auf der Jahrestagung der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (APS) gewandt. Daran nahmen am 20. und 21. November rund 200 Experten in Marburg teil. Christen hätten keinen Grund, sich in der öffentlichen Diskussion beim Thema Ehe zu verstecken, sagte der an der Theologischen Hochschule Friedensau (bei Magdeburg) tätige Dozent Andreas Bochmann. So hätten Untersuchungen ergeben, dass Ehepartner in der Regel eine bessere Gesundheit und eine höhere Lebenserwartung hätten als Alleinlebende oder Personen in anderen Lebensformen. Viele Studien belegten auch, dass zwischen Spiritualität und Zufriedenheit mit der Ehe ein „hochsignifikanter Zusammenhang“ bestehe: „Eine gesunde Frömmigkeit fördert und stärkt die Ehe.“ Bochmann begründete dies damit, dass Christen meist schon vor der Ehe dank ihres Glaubens Verbindlichkeit, Bindungsfähigkeit und das Eingestehen von Schuld geübt hätten. Der Dozent für Ehe- und Lebensberatung widersprach auch der häufigen Darstellung in den Medien, dass Christen „fürchterlich verklemmt“ seien: „Das Gegenteil ist der Fall. Je tiefer die Spiritualität der Ehepartner ist, desto glücklicher ist auch ihre Sexualität.“

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Gründe für gelingende Ehen

Das in der Ausbildung von Ehe- und Familienberatern tätige Ehepaar Claudia und Eberhard Mühlan (Braunschweig) ging auf dem Treffen der Frage nach, wie Ehe gelingt. Die Leiter der „Team F. Akademie“ verwiesen auf eine Umfrage des US-amerikanischen Eheberaters Norman Wright, der Paare befragte, die eine mindestens 25-jährige Ehe hinter sich hatten. Als einen wesentlichen Grund für ihre langjährige Ehe erklärten Männer und Frauen gleichermaßen, dass der Partner ihr bester Freund sei. Außerdem waren sie sich darin einig, dass Hingabe und Treue zur Ehe gehören. Als weitere Gründe für den Zusammenhalt nannten die Befragten: „Wir stimmen uns in unseren Zielen und Absichten ab. Mein Ehepartner ist mir immer interessanter geworden.“ Claudia Mühlan empfahl, den Rat des Apostels Paulus „In Demut achte einer den anderen höher als sich selbst“ (Philipper 2,3) auch auf die Ehe anzuwenden. Dann komme keiner der Partner zu kurz. Eberhard Mühlan warnte Paare vor „falschen Idealen“. So sollten sie nicht anstreben, alles gemeinsam zu unternehmen oder immer einer Meinung zu sein. Wichtig sei, dass beide Partner eigenständige Persönlichkeiten bleiben, sich Freiräume gewähren und gegenseitig ergänzen. Dann bildeten sie ein gutes Team. Claudia und Eberhard Mühlan sind seit fast 40 Jahren verheiratet. Sie haben sieben leibliche und sechs angenommene Kinder großgezogen, die inzwischen alle das Elternhaus verlassen haben.

Wachsender Zulauf

Die Akademie für Psychotherapie und Seelsorge mit Sitz in Frankenberg/Nordhessen besteht seit neun Jahren. Sie möchte dazu beitragen, dass sich Experten beider Fachgebiete austauschen und so Ratsuchenden besser helfen können. Die Akademie wolle damit der Gemeinde Jesu Christi dienen, sagte der Vorsitzende, der Psychotherapeut Martin Grabe, gegenüber idea. Er ist Chefarzt an der Klinik Hohe Mark (Oberursel bei Frankfurt am Main). Nach seinen Angaben verzeichnet die Akademie einen wachsenden Zulauf. Sie habe vor kurzem das 600. Mitglied aufgenommen. Jede Woche schlössen sich weitere Psychotherapeuten und Seelsorger an, zunehmend auch Katholiken. Dies zeige, dass das Bedürfnis nach Begegnung mit Kollegen anderer Fachrichtungen wachse.

   

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