
Vatikanstadt (kath.net/KNA) Der anglikanische Primas Rowan Williams und Papst Benedikt XVI. haben den gemeinsamen Willen zur Fortsetzung der ökumenischen Gespräche bekräftigt. Bei einem persönlichen Treffen am Samstag im Vatikan erörterten die beiden Kirchenführer die jüngsten Entwicklungen in den bilateralen Beziehungen, wie das Presseamt des Heiligen Stuhls im Anschluss mitteilte. Hintergrund ist die von Benedikt XVI. mit seiner Konstitution «Anglicanorum coetibus» neu geschaffene Möglichkeit für anglikanische Gläubige, kollektiv zur katholischen Kirche überzutreten. Innerhalb der anglikanischen Kirche war diese Neuerung kontrovers aufgenommen worden. Williams hatte sie als eine notwendige Klärung begrüßt.
Bei dem als «herzlich» charakterisierten Gespräch ging es nach den Angaben auch um Herausforderungen für alle christlichen Gemeinschaften am Beginn dieses Jahrtausends. Beide Seiten hätten die Notwendigkeit betont, weiter Formen der Zusammenarbeit und eines gemeinsamen Zeugnisses zu suchen. Im Blick auf die anglikanisch-katholischen Beziehungen verwies die vatikanische Stellungnahme auch auf eine bevorstehende Tagung der bilateralen Theologenkommission (ARCIC), mit der das Gespräch über Lehrfragen in seine dritte Phase treten solle.
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Williams wurde auf seinem von Donnerstag bis Samstag dauernden Besuch in Rom und im Vatikan von einer kleinen Delegation begleitet, darunter der Ökumene-Experte Bischof Christopher Hill von Guildford. Der anglikanische Primas war bereits im November 2006 und Mai 2008 zu Gesprächen mit Benedikt XVI. in den Vatikan gekommen. 2005 nahm er an der Amtseinführung des katholischen Kirchenoberhaupts teil.
Bereits am Donnerstag hatte Williams auf einer Tagung zum 100. Geburtstag des niederländischen Kardinals Johannes Willebrands (1909-2006) gesprochen, einem der Wegbereiter der Ökumene in der katholischen Kirche. Dabei hatte er Zweifel daran geäußert, dass die offenen Fragen im ökumenischen Dialog «so fundamental kirchentrennend sind, wie unsere römisch-katholischen Freunde generell annehmen und behaupten». Die Beweislast für eine Aufrechterhaltung der Trennung liege bei den Katholiken.
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