
Vatikanstadt/London (kath.net/idea)
Konservative Anglikaner haben die Übertrittsregelungen zur römisch-katholischen Kirche begrüßt. Der Vatikan hat dazu am 9. November eine „Apostolische Konstitution“ veröffentlicht, die es Anglikanern erlaubt, Sonderdiözesen innerhalb der katholischen Kirche bilden und Teile ihrer Liturgie und Tradition zu bewahren. Auch die Aufnahme verheirateter Geistlicher ist möglich.
Der Vatikan reagiert mit der Einladung, wie es in dem Erlass heißt, auf die inständige Bitte anglikanischer Gruppen, „in die volle katholische Gemeinschaft aufgenommen zu werden“. Dabei handelt es sich vor allem um Geistliche und Gemeinden, die die Frauenordination und die Weihe von Bischöfinnen ablehnen.
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Der Vorsitzende der konservativen Gruppe „Forward in Faith“ (Vorwärts im Glauben) in der Kirche von England, Bischof John Broadhurst (London), nannte das Angebot des Vatikans „äußerst großzügig“. Nach Einschätzung des Sekretärs der Gruppierung, Geoffrey Kirk, könnten mehr als 200 anglikanische Gemeinden übertreten; etwa 450 zögen diesen Schritt zumindest ernsthaft in Erwägung. Die Sonderdiözesen der Anglikaner sollen auch Priesterseminare einrichten können. Dies zeige, so Kirk, dass es sich um ein dauerhaftes Projekt handle. Der britische Zweig der internationalen Traditionellen Anglikanischen Gemeinschaft, die sich von der anglikanischen Weltgemeinschaft gelöst hat, hat seine Bereitschaft zum Übertritt signalisiert.
Das geistliche Oberhaupt der anglikanischen Weltgemeinschaft, Erzbischof Rowan Williams (London), hat nach Darstellung der BBC erst zwei Wochen vor der Bekanntgabe des Übertrittsangebots am 20. Oktober davon erfahren. Das Thema stehe auf der Tagesordnung eines längerfristig geplanten Gesprächs mit dem Papst am 21. November im Vatikan. Nicht nur Konflikte wegen der Frauenordination belasten die Weltgemeinschaft der rund 70 Millionen Anglikaner. Ihr droht auch eine Spaltung wegen der Weihe von Homosexuellen zu Priestern und Bischöfen in einigen westlichen Kirchen.
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