
Rom (kath.net/pbl/red)
Giovanni Lorenzo Bernini - vor 350 Jahren Stararchitekt in Rom: Ihm verdanken wir die Pläne für den Petersplatz mit seinen Kolonnaden, „diese ausgestreckten Arme der Kirche“. Mit diesem Bild hat Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst (Limburg) seine Predigt am Montagnachmittag im Petersdom in Rom begonnen. Am vierten Tag der Bistumswallfahrt feierte der Bischof mit 440 Pilgern aus dem Bistum Limburg in einer der wohl bekanntesten Kirchen der Welt ein Hochamt. „Glaube als Architektur der Gesellschaft“ war das zentrale Thema seiner Predigt. Musikalisch gestaltet wurde die Messe durch die Limburger Domchöre. Anschließend gingen der Bischof und die Pilger zu den Papstgräbern im Petersdom.
In seinem Testament verfügte Bernini (1598-1680), nicht in einem Grabmal, sondern in einer Treppe beigesetzt zu werden. „Erst wenn ein Leben zur Stufe für andere geworden ist, hat es sich wohl erfüllt“, zitierte der Bischof von Limburg aus dem Testament Berninis. Nach den Worten des Bischofs geben Menschen, die im Glauben zur Stufe für andere werden, dem Leben „Trittfestigkeit“. Es brauche Persönlichkeiten mit dieser Bereitschaft, zur Stufe für andere zu werden. Nur so könne eine Gesellschaft zukunftsfähig sein, betonte Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Menschen als Stufen, als Treppen in die Zukunft garantierten einer Gesellschaft Verbindlichkeit und Verbundenheit.
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Der Glaube an Gott ist „die Architektur unserer Gesellschaft“. Denn hier entscheide sich, sagte Tebartz-van Elst, „welche Fundamente und Stufen gebaut werden, welche Säulen und Gerüste es braucht, damit das gemeinsame Haus Bestand hat.“
Die Pilger aus dem Bistum Limburg erleben während der einwöchigen Wallfahrt (9.-15.Oktober) Papst Benedikt XVI. und sind bei Festkonzerten der Limburger Domchöre dabei. Am Dienstagabend wird Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ein Pontifikalamt in der Lateransbasilika in Rom feiern. Ein besonderer Höhepunkt der Wallfahrt war am Sonntag (11. Oktober) die Heiligsprechung von Pater Damian De Veuster.
Bernini gilt als einer der bedeutendsten Architekten und Bildhauern Italiens und als Schöpfer des barocken Rom. Zu seinen Auftraggebern gehörten insgesamt acht Päpste. Von 1656 bis 1667 war er leitender Architekt der Peterskirche in Rom, die zu den größten sakralen Bauwerken der Welt gehört. In dieser Zeit entstanden Berninis Pläne für den Petersplatz mit seinen Kolonnaden. Im Petersdom gestaltete Bernini unter anderem den Sakramentsaltar, das Hochaltarziborium, das Grabmal für Papst Alexander VII., das Grabmal für Papst Urban VIII. und die Cathedra Petri (Hochaltar). Weitersagen: |