
Salzburg (kath.net) Salzburgs Weihbischof Andreas Laun hat FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache dafür kritisiert, die katholische Kirche vor seine Politik gespannt zu haben. Das meldet die „Presse“. Strache war am Donnerstagabend mit einem Kreuz in der Hand bei einer Anti-Moschee-Demonstration aufgetreten, um damit den FPÖ-Slogan für die EU-Wahl „Abendland in Christenhand“ zu untermauern.
Der Propst des Augustiner Chorherren-Stiftes Herzogenburg (NÖ), Maximilian Fürnsinn, der das umstrittene Nitsch-Museum gesegnet und die Partei „Die Christen“ als ‚Zumutung’ bezeichnet hat, kritisierte Strache daraufhin scharf, wie das Magazin „News“ am Mittwoch berichtet. "Das Kruzifix in Herrn Straches Hand hat mich zutiefst erschreckt! Da zeigt sich, wenn er das Kreuz in die Hand nimmt: er hat vor niemandem Respekt! Das ist ein eklatanter Missbrauch des Kreuzes! Ein Mensch, der in dieser Form das Kreuz missbraucht, ist auch fähig, über Leichen zu gehen!“ Strache, so Fürnsinn, habe überhaupt nicht verstanden, welche Botschaft vom Kruzifix ausgeht: "Es ist kein Instrument für das Niedermachen anderer, sondern es ist Zeichen der Erlösung, der Befreiung."
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Über den FPÖ-Slogan "Abendland in Christenhand" zeigte sich Fürnsinn entsetzt. „Er erinnert an eine gewisse Überheblichkeit: Dass man der bessere Teil der Menschheit wäre. Das erinnert mich sehr schnell an die Begriffe wie die "bessere Rasse", an "Blut und Boden", die Diktion ist verräterisch."
Daraufhin holte der FPÖ-Chef zu einer heftigen Verbalattacke gegen „manche maßgeblichen Kirchenfunktionäre“ aus und bezeichnete sie als „feige und mutlos“. "Die Menschen aus der Kirche, die jetzt gutmenschlich-moralisierend gegen uns zu Felde ziehen, sollen doch erklären, in wessen Hände sie unser Abendland führen wollen.“ Die „vereinigte Moralmafia“ schweige gegenüber islamistischen Hasspredigern, der „Geifer der Gutmenschen“ fließe aber „in Strömen“, wenn „man es wie wir wagt, sich zu einem christlichen Europa zu bekennen“.
„So ein großartiger Katholik ist er wahrscheinlich nicht“, meinte nun Weihbischof Laun zu Straches Kruzifix-Aktion, wie die Presse berichtet. "Er versuchte, das Kreuz für seine Politik zu benutzen und das weise ich zurück. Er kann nicht im Namen des Kreuzes auftreten und die katholische Kirche vor seine Politik spannen, das kann keine Partei in Österreich tun".
Auch den Slogan "Abendland in Christenhand" kritisierte Laun, da er politisch gemeint sei: "Christen wünschen allen anderen Menschen, dass sie zu Christen werden. Aber sie streben nicht die politische Herrschaft über Europa an. Sie wollen nicht alle Nicht-Christen ausbürgern oder sonst wie entrechten. Diese Haltung verlangen sie mit Nachdruck auch von jeder anderen Religion, auch vom Islam." Der Plakattext wirke so, als ob die Kirche alle anderen ausgrenzen wolle.
„'Abendland in Gotteshand', das wäre ein Europa, in dem alle gut und in Sicherheit leben können", sagte Laun. Das Abendland heute brauche vor allem „Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes, die Annahme des höheren Rechtes, das von Gott kommt und alle verpflichtet“. In Richtung der politischen Parteien nannte er dazu unter anderem die Themen Abtreibung, Homosexuellenehe und „Degradierung der Familie“. |