
Jerusalem (kath.net/DieWelt)
„Shalom“ war das letzte Wort Benedikt XVI. auf dem Boden des heiligen Landes. Danach war die Operation „Weißer Talar“ beendet, auf dem Ben Gurion Airport bei Lod, dem ehemaligen Lydda, wo es einmal die erste Christengemeinde außerhalb Jerusalems gab – und wo sich der Nachfolger Petri nun beim Präsidenten Israels mit der politischsten Rede seiner Reise verabschiedete.
Es war kein „J’accuse“, aber doch ein flammendes Plädoyer für den Frieden. „Kein Blutvergießen mehr“ Schluss mit den Kämpfen! Schluss mit dem Terrorismus! Schluss mit dem Krieg!
Lasst uns die Spirale der Gewalt zerbrechen!“ Als Freund der Israelis und als Freund des palästinensischen Volkes sei er zu seiner Reise aufgebrochen.

Freunde erfreuten sich immer, miteinander Zeit zu verbringen, und es träfe sie immer tief, den anderen leiden zu sehen.
„Kein Freund der Israelis und Palästinenser kann die Trauer über die anhaltende Spannung zwischen euren Völkern verbergen. Kein Freund kann die Tränen zurück halten vor dem Leid und dem Verlust an Leben, das beide Völker in den letzten Jahrzehnten erlitten haben.“ Deshalb rufe er noch einmal zu einem Friedensschluss auf, der auf Gerechtigkeit gegründet sei.
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Wahrhaftige Versöhnung und ein Heilen der Wunden seien dringend vonnöten. Das Existenzrecht Israels müsse weltweit anerkannt werden, und das Anrecht, sich des Friedens in Sicherheit in international anerkannten Grenzen zu erfreuen.
Gleichzeitig müsse das Recht des palästinensischen
Volkes auf eine souveräne und unabhängige Heimat anerkannt und verbrieft werden, für ein Leben in Würde und ungehinderter Bewegungs- und Reisefreiheit. „Die Zwei-Staaten-Lösung muss eine Realität werden!
Sie darf nicht länger nur ein Traum bleiben!“ Der Friede möge sich von diesen Ländern weltweit ausbreiten. Beide Länder gemeinsam müssten ein „Licht für die Völker“ werden, wie der Prophet Jesaia es schon prophezeit habe, um ein Modell der Hoffnung für all jene Regionen der Erde zu werden, die ebenfalls von hoffnungslosen Konflikten heim gesucht würden.
Einer der 9 feierlichsten Momente“ seines Aufenthalts in Israel sei sein Besuch in Yad Vashem gewesen, wo er in „tief bewegenden Begegnungen“ mit Überlebenden der Schoah habe sprechen können, die den Horror selbst erlitten hatten, im dem 0so viele Juden – Mütter, Väter, Männer, Frauen, Brüder, Schwestern, Freunde - von einem gottlosen Regime brutal ausgelöscht wurden, das eine Ideologie des Antisemitismus und Hasses“ zum Kult erhoben hätten.

Und einer der „traurigsten Anblicke seiner Reise“ durch das Heilige Land sei „die Mauer“ gewesen. Er sagt nicht „Zaun“ oder „Sicherheitswall“ und nimmt auch sonst keinen sprachgeregelten Begriff für dieses Bauwerk in den Mund, dessen düstere Realität das Heilige Land durchzieht wie eine einzige Wunde.
Er bete für die Völker des Landes, dass sie endlich in Frieden miteinander leben könnten, ohne zu solchen „Instrumenten der Sicherheit und Absperrung“ ihre Zuflucht zu nehmen. Ja, es war mit jedem Schritt eine spirituelle Pilgerreise und dennoch: so klar haben die Völker hier kaum je einen Politiker reden gehört. Am Morgen vor seiner Abreise hat er noch wie hingegossen allein vor dem heiligen Grab in Jerusalem und dem Felsen von Golgatha allein gebetet.
Das waren gewiss seine persönlichen Höhepunkte dieser Reise, auf der er sich nirgendwo zu einem schieren Lippenbekenntnis hat drängen oder hinreißen lassen. Als Pilger hat er das Land betreten. Nun verlässt er es als der Hohepriester, der „Henach der nach der Ordnung des Melchisedek“ geweiht wurde, des ersten Priesterkönigs Jerusalems.

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