
Schweiz (kath.net)
Die Schweizer Bischofskonferenz hat im Anschluss an die Ordentliche Versammlung in Chur eine Stellungnahme zur Aufhebung der Exkommunikation der Lefebvre-Bischöfe veröffentlicht und dabei deutliche Kritik an der vatikanischen Kurie geübt.
Die Stellungnahme im Wortlaut:
Die Bischöfe und Territorialäbte erörterten die schwierige Situation, die sich aus der Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X. ergeben hat. Zahlreiche Reaktionen zeigten die grosse Besorgnis vieler Menschen in- und ausserhalb der Kirche über diesen Schritt, namentlich angesichts der Leugnung der Schoa durch Bischof Richard Williamson.
Papst Benedikt XVI. hat einen öffentlichen und eindeutigen Widerruf verlangt, der bisher nicht geschehen ist. Die Bischofskonferenz erinnert daran, dass die Aufhebung der Exkommunikation noch nicht die Rehabilitierung oder Wiedereingliederung in die Gemeinschaft der katholischen Kirche bedeutet, sondern erst die Eröffnung eines Weges zur Versöhnung. Die vier Bischöfe bleiben weiterhin suspendiert. Deshalb bleibt ihnen untersagt, das Bischofs- und Priesteramt auszuüben. Der Vatikan hat in mehreren Stellungnahmen betont, dass für eine künftige Anerkennung der Bruderschaft St. Pius X. die volle Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils und des Lehramtes der Päpste Johannes XXIII., Paul VI., Johannes Paul I., Johannes Paul II. sowie Benedikt XVI. eine unerlässliche Bedingung ist. Im Sinne dieser Päpste ist das Leben der Kirche vor und nach dem Konzil als Erneuerung in der Kontinuität und nicht als Bruch zu verstehen.
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Die Bischöfe trugen dem Apostolischen Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Francesco Canalini, ihr Befremden und die Sorgen der Gläubigen vor. Offensichtlich war die Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe zu wenig sorgfältig vorbereitet, und es gab auch schwerwiegende Mängel bei der Information der Bischöfe, der Gläubigen und der Öffentlichkeit durch die vatikanische Kurie. Die Bischöfe und der Nuntius bedauern diese Fehler.
Die Ereignisse der vergangenen Wochen haben erneut zu Polarisierungen geführt. Die Bischöfe laden die Gläubigen zu einer Wallfahrt am Pfingstmontag, 1. Juni nach Einsiedeln ein, um das Anliegen der Einheit der Kirche im Gebet vor Gott zu tragen.
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