
Heiligenkreuz (kath.net)
Der bekannte Heiligenkreuzer Abt Gregor Henckel-Donnersmark hat in einem Interview mit dem "Standard" die Holocaustaussagen von Bischof Richard Williamson als "Terrorist" bezeichnet, der eine Bombe gelegt hat. Wörtlich meinte er: "Die Aussagen dieses Idioten sind ein Zeichen extremer Dummheit. Aber all die, die jetzt den Papst kritisieren, sind in seine Falle gegangen und tun genau das, was Williamson beabsichtigt hat. Er ist ein Zündler und will, dass es brennt. Ob er es bewusst gemacht hat, ist fraglich. Er scheint so dumm zu sein, dass man ihm über die Konsequenz seines Handelns nicht alle Übersicht zusprechen kann." Eine "politische Exkommunikation" kann es aber in der Kirche nicht geben. Die Aussagen von Williamson sind politisch, die Frage der Exkommunikation war bezogen auf die unerlaubte Weihe.
Auf die Pius-Bruderschaft generell angesprochen, bekennt der Abt, dass er ein "erklärter Gegner der Pius-Bruderschaft" sei." Aber in der aktuellen Diskussion braucht es klare Unterscheidungen. Man kann ja auch nicht über Fußball reden und nicht wissen, was Penalty und Corner sind. Die Aufhebung der Exkommunikation und die aufrechte Suspendierung ist das eine, die Nichtanerkennung der Pius-Bruderschaft nach kanonischem Recht das andere. Aber es ist die Bemühung des Papstes, die Einheit der Kirche herzustellen. Vonseiten der Pius-Bruderschaft wurde gesagt, man wäre zu Gesprächen sehr viel leichter imstande, wenn die Benützung des alten Mess-Ritus wieder eingeführt werde und die Exkommunikation dieser vier Bischöfe passieren würde. Jetzt liegt es an den Bischöfen, über die von Benedikt XVI. geöffnete Pforte hereinzukommen."
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Henckel-Donnersmark verteidigt in dem Interview auch den neuen Linzer Weihbischof Gerhard Maria Wagner und betont: "Die Menschen, die den neuen Weihbischof gut kennen, etwa die Windischgarstner, sind zufrieden. Außerdem hat der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz, soweit ich weiß, Wagner ganz bewusst in Rom vorgeschlagen - wenn auch nicht in der ersten Phase. Überhaupt ist es überflüssig, dass sich jetzt alle Welt ereifert, was der neue Weihbischof von Linz macht."
Auf die Frage, ob es jetzt mehr Kirchenaustritte geben werde, meinte der Abt, dass man in Österreich jedes Jahr einen Sockel von 40.000 Austritten habe und sich daran nicht viel ändern werde. "Manchmal gibt es vielleicht kleine Schwankungen, die nur wenig mit medialen Sensationen zusammenhängen." Selber möchte Henckel-Donnersmarck nicht unbedingt Bischof werden. "Ins Spiel bringen meinen Namen nur die Journalisten. Außerdem bin ich glücklich, dass ich nicht habe Bischof werden müssen, und ich bin zuversichtlich, es auch weiterhin nicht werden zu müssen. Ich bin nämlich zu schlau, mir zu wünschen, Bischof zu werden, denn das ist doch eine ganz schwierige Position. Schauen Sie sich doch den armen Weihbischof Wagner an. Das ist doch entwürdigend: einen Mann, der noch nicht einmal geweiht ist, derartig fertigzumachen. Das möchte ich mir ersparen."
Der Linzer Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz hat am Montag im Zusammenhang mit den Aussagen von Abt Gregor folgende Klarstellung veröffentlicht: "Als Bischof bin ich an das päpstliche Schweigegebot gebunden, genauso wie alle anderen Personen, die in den Befragungsprozess eingebunden waren. Mit Abt Henckel-Donnersmarck habe ich diesbezüglich nie gesprochen. Überdies sieht das Kirchenrecht bei Bischofernennungen nur einen Dreiervorschlag durch den zuständigen Diözesanbischof vor."
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