
Rom (kath.net/DieWelt)
Antisemitismus ist nicht nur verwerflich, sondern auch sozial selbstmörderisch, wenn er öffentlich zelebriert wird. Den Holocaust zu leugnen ist in Deutschland ein schlichter Straftatbestand. Bischof Richard Williamson aus England wusste also genau, was er tat, als er mit fast schon diabolischem Genie und Gespür ausgerechnet im Bistum Regensburg, der alten Heimat Joseph Ratzingers also, jüngst ein Interview gab, in dem er den Holocaust leugnete.
Denn Williamson wusste ja auch besser als fast alle anderen um die Vorbereitung jenes Schreibens von Kardinal Giovanni Battista Re, das jetzt am Samstag veröffentlicht wurde, in dem Benedikt XVI. die Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen verfügte, die Erzbischof Lefebvre 1988 illegal geweiht hatte. Denn Richard Williamson ist selbst einer dieser Bischöfe.
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Der dramatische Schritt des Papstes zur Versöhnung ist ihm dennoch überaus verhasst. Darum antwortete er mit seinem Interview darauf, das nicht anders verstanden werden darf als das Selbstmordattentat eines verhärteten alten Mannes, mit dem die Versöhnung im letzten Moment noch einmal torpediert werden sollte. Verletzt hat er damit den Papst, seine drei Mitbischöfe, viele Gläubige und jüdische Gemeinden in der ganzen Welt.
Nur die Aufhebung der Exkommunikation konnte er damit nicht verhindern. Sie bleibt ein rein kirchenrechtlicher Vorgang, mit dem der Papst auch jenes Sektenklima austrocknen will, in dem solche Pathologien gedeihen.
Mit dem Wahnsinn des bischöflichen Amokläufers hat die Sache nichts zu tun. Jeder, der sich nun gegen Benedikt XVI. empört, wäre darum gut beraten, einen zweiten Blick auf jenen Verbündeten zu werfen, von dem er sich in dieser Sache eigentlich instrumentalisieren lassen will.
Kath.Net -Vatikan: Exkommunikation der 'Pius-Bischöfe' aufgehoben
Das Schreiben im Wortlaut
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