
Hamburg (kath.net/idea)
Die junge Generation hat wieder einen stärkeren Wunsch nach Ehe, Kindern und Familie. Für 67 Prozent der Deutschen bis 34 Jahre steht die Familiengründung im Zentrum des Lebens. Vor fünf Jahren betrug dieser Anteil 56 Prozent (1999: 52 Prozent). Das geht aus einer Studie hervor, die die Stiftung für Zukunftsfragen am 26. August in Hamburg vorgestellt hat. „Der Trend zur Individualisierung des Lebens hat seinen Zenit überschritten“, so die Stiftung. Die Mehrheit der jungen Leute entdecke den Wert von Verlässlichkeit wieder. Sie erkenne, dass die Sorge um die Familie und die eigenen Kinder auf Dauer mehr persönliche Lebenserfüllung gewähre, als wenn man immer nur an sich selbst denkt“. Nach Angaben des wissenschaftlichen Leiters der Stiftung, Prof. Horst W. Opaschowski, gewinnen immaterielle Werte immer mehr an Bedeutung: „Die Kirchen können vielleicht auf eine Bedeutungsaufwertung der Religion hoffen.“ Die Zukunft werde wieder mehr der Sinnorientierung gehören. Opaschowski bringt dies auf die Formel: „Von der Flucht in die Sinne zur Suche nach dem Sinn.“
Werbung
Letztlich gehe es um Lebensqualität: „Wertebotschaften statt Werbebotschaften“ heiße die Forderung der Verbraucher, die sich auch als eine Generation von Sinnsuchern verstehe. Sie wolle allerdings nichts von Konsumverzicht wissen, dafür umso mehr von der Wert- und
Nachhaltigkeit des Konsumerlebens.
Ist die Zeit der Ich-linge vorbei?
Der Studie zufolge ist der Anteil der Hedonisten, die den Sinn des Lebens vor allem im Genuss sehen, „erdrutschartig“ zurückgegangen: von 33 Prozent im Jahre 1992 über 27 Prozent im Jahre 2000 auf 10 Prozent im vergangenen Jahr. „Lust ohne Leistung findet immer weniger Anhänger“, so die Studie. Für die Zukunft zeichne sich eine doppelte Leistungsgesellschaft ab: „Einerseits eine Dienstleistungsgesellschaft, die Geld kostet, andererseits eine Hilfeleistungsgesellschaft, die Geld sparen hilft und das Zeitalter der Ich-linge bald vergessen lässt.“ Für besonders wichtig beim Blick in die Zukunft halten die Deutschen soziale Gerechtigkeit (74 Prozent), Freundschaft (66 Prozent) und Hilfsbereitschaft (64 Prozent).
Großer Optimismus in der Jugend
Der Studie zufolge blicken die Bundesbürger relativ hoffnungsvoll in die eigene Zukunft, vor allem die Jugend. Stiftungsleiter Opaschowski: „Die Familien und die junge Generation sind die großen Hoffnungsträger. Sie schauen mutig nach vorne. Das lässt für die Zukunft hoffen. Denn nachweislich wächst mit der Zukunftszuversicht auch das Potenzial an Gemeinsinn und Gemeinschaftsfähigkeit.“ Beim Gedanken an die Zukunft nennen die Deutschen der Studie zufolge Arbeit und Fortschritt (jeweils 44 Prozent) sowie Hoffnung (39 Prozent). Besonders hoffnungsvoll ist die junge Generation, die mit Zukunft vor allem Arbeit (70 Prozent) und Fortschritt (54 Prozent) verbindet.
|