
Vatikan (www.kath.net / tagespost) Neuer Papst, neuer Staatssekretär, neuer Privatsekretär, neuer Pressesprecher des Vatikans. Das dichte, fast verfilzte System von Informationskanälen, das sich in dem Vierteljahrhundert unter dem großen polnischen Pontifex zwischen römischer Kurie und den italienischen Medien herausgebildet hatte, ist innerhalb weniger Monate zusammengebrochen.
So sitzen sie nun da, die Vatikanberichterstatter, auch „vaticanisti“ genannt, drehen sich das Haar zu kleinen Löckchen oder blasen blauen Dunst in die Luft. Nicht nur jetzt, wo die italienischen Journalisten streiken, sondern Woche für Woche in dieser nachrichtenarmen Zeit. Der Vatikan ist wieder das, was er früher einmal war: ein geheimnisvoller Ort, verschlossen mit den sieben Siegeln päpstlicher Macht.
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Also: Was treiben nur die Kurienprälaten? Arabisch lernen, wieder üben, wie man die „alte“ Messe liest? An keinem Ort der Welt sitzen der Kirche so viele Berichterstatter im Nacken wie in Rom. Und so schießen die Gerüchte ins Kraut.
Die letzte Blüte journalistischer Phantasie: Der Papst plane ein Drittes Vatikanisches Konzil, das in Rekordzeit alle offenen Fragen klären soll – von der Liturgie bis hin zum Zusammenschrumpfen der Römischen Kurie. Wäre ja noch schöner. Die „vaticanisti“ erfinden sich ein Konzil, damit das Spekulieren und Fabulieren wieder so richtig Freude macht.
Währenddessen macht der Papst „Dienst nach Vorschrift“: Mit Bischöfen reden, Ansprachen vorbereiten, Kurienkardinäle zu Beratungen empfangen. Dürre Notizen des vatikanischen Pressesaals geben Auskunft über diese Alltagsarbeit im Apostolischen Palast.
Man weiß, mit wem der Papst zusammenkommt. Sollte es etwa so sein, dass über die Geheimnisse der Kurie keine Auskünfte mehr zu haben sind, weil es die gar nicht gibt? Das wäre ja fürchterlich!
Foto: Paul Badde
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