
Regensburg (www.kath.net / pdr) Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat sich während eines Gedenkakts am Dachauplatz für den Regensburger Domprediger Johann Maier mit deutlichen Worten gegen die jüngsten Umtriebe der nationalistischen Partei NPD gewandt. An dem Schweigemarsch vom Dom St. Peter zum Dachauplatz und am Gedenkakt nahmen deutlich über 2000 Personen teil.
Der Regensburger Bischof verurteilte jede Form von Hass sowie der Verharmlosung der nationalsozialistischen Verbrechen und forderte ein Verbot der NPD. Außerdem verurteilte der Regensburger Bischof Äußerungen während des vergangenen NPD-Treffens in Regensburg, die eine Verletzung der Menschenwürde und eine Schändung des Andenkens der - auch aus Regensburg stammenden - ermordeten Juden darstellten.
Es müssten alle gesellschaftlichen Kräfte mobilisiert werden, um die schändlichen Äußerungen zu unterbinden: „Wir lassen den guten Namen unserer 2000-jährigen Stadt nicht in die Geiselhaft von Nazis und Neonazis nehmen.“ Der Regensburger Bischof appellierte an die deutschen Gerichte und Parlamente, „solche frechen Provokationen der 150.000 Einwohner der Stadt Regensburg, von Menschen christlichen oder jüdischen Glaubens und
andersgläubigen Menschen guten Willens, nicht zuzulassen“.
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Bischof Gerhard Ludwig sagte weiter, als Hirte und Seelsorger gebe er Neonazis „nicht ganz
verloren“. Er rief sie dazu auf, sich zu bekehren. Der Regensburger Bischof sagte: „Während des Besuchs von Papst Benedikt XVI. in wenigen Wochen richtet sich die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf Regensburg, dessen Ruf nicht durch Neonazis beschmutzt werden darf.“
In Regensburg hatte der Papst von 1969 bis 1977 als Professor gelehrt. Der Gedenkakt an diesem Sonntag fand an der Stele auf dem Dachauplatz statt, die an Domprediger Maier erinnert, der hier am 24. April 1945 hingerichtet worden war. Maier hatte sich in den letzten Kriegstagen öffentlich für die kampflose Übergabe Regensburgs eingesetzt.
Er galt als einer der mutigsten Prediger im damaligen Deutschland. Besonders in den Predigten zur Jahreswende 1944/45 zeigte er sich deutlich als Ankläger der
nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und Mahner zum Frieden. Er richtete öffentlich die Bitte an die damaligen Machthaber, Regensburg nicht zu verteidigen. Aufgrund der Teilnahme an der Kundgebung, die die Freigabe von Regensburg erwirken wollte, wurde er verhaftet, zum Tode verurteilt und durch den Strang hingerichtet.
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