
Berlin (www.kath.net/idea) Wer aus der Kirche austritt, sollte statt der Kirchensteuer eine Sozial- und Moralsteuer zahlen. Diesen Vorschlag machte der Berliner Historiker Paul Nolte in einer Rede zur Religionspolitik am 2. Februar an der Berliner Humboldt-Universität. Man müsse fragen, ob es angesichts des Beitrags der Kirchen für die Gesellschaft gerecht sei, wenn nur Kirchenmitglieder dafür einen Beitrag entrichteten, da doch alle Bürger von den Leistungen dieser Institutionen profitierten. Nolte plädierte für einen „religionsfreundlichen Staat“. Die Religionen böten einen „moralischen Mehrwert“ für eine säkulare Gesellschaft, den diese selbst nicht produzieren könne.
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Rückkehr der Religion
Nolte setzte sich auch mit der Rückkehr der Religion in die Gesellschaft auseinander. Es könne keine Rede davon sein, daß dieses Phänomen erst in letzter Zeit sichtbar geworden sei. Ohne den polnischen Katholizismus wäre der Ostblock nicht zusammengebrochen, und ohne die evangelische Kirche sei das Ende der DDR nicht denkbar gewesen. Nolte: „Und was wären die Grünen ohne den Protestantismus geworden?“ Heute erlebe man eine allmähliche Desäkularisierung. Sie führe zu einer postsäkularen Gesellschaft, in der die Religion eine wichtige Ressource sein könne.
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