
Bamberg (www.kath.net / bbk)
Der Gottesbezug muss in die Europäische Verfassung, forderte der Bamberger
Erzbischof Ludwig Schick. „Europa muss vorankommen. Ein starkes vereintes
Europa ist für die Zukunft der Europäer, aber auch für die weltweite Völker-
und Staatengemeinschaft, notwendig. Die Europäische Union darf aber keine
reine Wirtschafts- und Finanzunion sein. Die europäischen Staaten sollen
sich vor allem zum Zweck des Gemeinwohls aller ihrer Bürgerinnen und Bürger
in Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden zusammenschließen“, betonte der
Erzbischof.
Das vereinte Europa dürfe auch kein Selbstzweck für die Europäer
sein, sondern müsse eine Quelle der Versöhnung, der Einheit und des
Wohlergehens für alle Völker und Nationen auf der ganzen Welt werden: "Damit
Europa das sein kann, muss es seinen religiösen Wurzeln treu bleiben. Der
jüdisch-christliche Gottesglaube stand an der Wiege aller europäischen
Staaten und hat sie geprägt. Er muss erhalten und gefördert werden". Die EU
brauche eine Verfassung, die der Geschichte seiner Staaten gerecht werde und
so der Zukunft dienen könne. Dazu gehöre der Bezug zu Gott.
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Schick erinnerte daran, dass gerade die Regierungen der Staaten, deren
Bürgerinnen und Bürger jetzt die EU-Verfassung ablehnten, wie Frankreich und
Niederlande, Nein zum Gottesbezug in der Europäischen Verfassung gesagt
haben. Das müsse die Politiker über den Gottesbezug in der Europäischen
Verfassung und über Gott in Europa neu nachdenken lassen. Der Erzbischof
verwies in diesem Zusammenhang auf das Buch „Werte in Zeiten des Umbruchs“
von Papst Benedikt XVI., in dem er schreibt, dass der Staat „ein Mindestmaß
an Wahrheit, an Erkenntnis des Guten, die nicht manipulierbar ist“, brauche.
„Andernfalls wird er, wie Augustinus sagt, auf die Stufe einer gut
funktionierenden Räuberbande herabsinken.“ Gott garantiere Wahrheit und
Erkenntnis des Guten. Schick: „Die Neins zur EU-Verfassung fordern eine
Revision des Neins zum Gottesbezug in der EU-Verfassung. Europa ohne Bezug
zum jüdisch-christlichen Gottesglauben ist ohne Wurzeln und deshalb nicht
lebensfähig.“
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